Die Reise
Sichere Reise mit dem Flugzeug nach Neapel – Ankommen – Zelte aufbauen + einrichten – ...
Ausgrabung Pompeji
Am ersten Tag nach der Anreise wurde selbstverständlich erst einmal die nähere Umgebung erkundet, sprich die Ausgrabungsstätten in Pompeji. Dort trifft man auf eine große Vielzahl von steinernen Überresten der alten Stadt Pompeji, welche im Jahre 79 n. Chr. durch heiße Vulkanasche begraben worden war.
Wir machten uns also morgens auf den Weg und begannen die Besichtigung im Amphitheater. Die Strukturen des antiken Baus sind noch sehr gut zu erkennen gewesen, so dass man sich gut vorstellen konnte, wie dort vor 2000 Jahren Gladiatoren – und Tierkämpfe stattgefunden haben. Des Weiteren trugen einige Schüler/innen ihre Referate vor, wodurch die Gruppe Vieles über die Geschichte dieser antiken Stadt und ihren Untergang erfahren hat. Interessant war zum Beispiel, dass den Bürgern Pompejis die Nutzung ihres Amphitheaters vom Kaiser Augustus um 60 n. Chr. verboten wurde, da sie sich aufgrund eines Streites eine Schlacht mit einem benachbarten Volk in ebendiesem Theater erlaubten. Nach dem zerstörerischen Erdbeben (63 n. Chr.) wurde dieses Verbot jedoch wieder aufgehoben, man könnte sagen als „Trostpflaster“.
Danach „bummelten“ wir durch die altertümlichen (Einkaufs-) Straßen (da die Bürgersteige sehr viel höher errichtet waren als die Straßen, bestanden die Passantenübergänge aus ebenfalls hohen Steinblöcken, die Fußgänger „hüpfend“ zur Überquerung der Straße nutzten), besichtigten die Sportstätte (Gymnasion), einige Wohnhäuser, Tabernen (Kneipen), die Gladiatorenschule und entdeckten auch einige Gipsabdrücke der beim Vulkanausbruch versteinerten Einwohner Pompejis.
In den Thermen erfuhren wir, dass die alten Römer zu ihrer Zeit schon eine Fußboden- bzw. Wandheizung erfunden hatten, also in den Thermen, den öffentlichen Badeanstalten, immer heißes Wasser zur Verfügung hatten. Man ging nicht ausschließlich zur Körperreinigung in die Thermen, sondern fand dort auch Bibliotheken, Sportstätten etc. vor und sie waren ein Ort des „Klatsches und Tratsches“.
Im Odeon, dem kleinen Theater des alten Pompejis, durften wir an einer Rezitation von Ovid einiger Schülerinnen teilhaben; das große Theater dieser antiken Stadt ist heute noch im Betrieb. Auf besondere Begeisterung stieß das ehemalige Bordell, das Lupanare, in dem man Steinbetten und aktdarstellende Wandgemälde bewundern konnte.
Zum Abschluss der Besichtigung begaben wir uns in die Villa dei Misteri, eine riesige Privatvilla, in der es 90 Räume gab und wo man das sehr berühmte Wandgemälde, das das Mysterium des Dionysos darstellt, findet.
Die verbleibende Zeit des Tages/Abends nutzten wir, wie immer, um unsere primären Grundbedürfnisse zu befriedigen: Einkaufen, Essen und Konsumieren im Allgemeinen.
Sonstiges: Nicht wundern, wenn skeptische Aufseher in den Ausgrabungsstätten Referenten ohne Gruppenleiterschein verhaften wollen.
[Maret J., Mateusz]
Der Vesuv und die Besichtigung von Herkulaneum
Früh morgens am Donnerstag ging es mit dem Bus von Pompeji aus in Richtung Vesuv.
Beim Einstieg in den Bus waren wir gleich einmal geschockt, als wir sahen, wie der lustige Busfahrer sein Tütchen lässig aus dem Fenster schnipste. Die daraus resultierenden Befürchtungen bestätigten sich dann durch seine rasante Fahrweise durch die engen Schikanen an den Hängen des Vesuvs, die es zu bewältigen galt. Trotz Übelkeit und Angstschweiß kamen wir unversehrt an dem Parkplatz einige Höhenmeter unterhalb des Vesuvkraters an.
Anschließend begann der anstrengende, kurvenreiche und lange Aufstieg bis zum Kraterrand. Dort angekommen empfing uns unser Führer, der ausgesprochen gut deutsch sprach. Dieser geleitete uns sicher einmal um den Krater herum und zeigte uns dabei viele Besonderheiten des Vesuvs wie die Aufsteigenden Schwefeldämpfe und verschiedene Gesteine, die der Vulkan zuletzt 1944 ausgespieen hat. Ein Besuch der „Vulkansauna“ gehörte mit zu der sehr anschaulichen und interessanten Führung.
Die Aussicht vom Vulkan herunter auf die umliegenden Städte und in den Krater war atemberaubend.
Wenn man auf die Studienfahrt zurückblickt, muss man sagen, dass der Vesuv das beeindruckendste Erlebnis war, das immer im Gedächtnis bleiben wird.
Zum Abschluss fuhren wir dann etwas weniger rasant und ziemlich erschöpft mit dem Bus zu den Ausgrabungen von Herkulaneum. Herkulaneum wurde anders als Pompeji nicht von heißem Ascheregen begraben, sondern von Schlammlawinen überrollt, die nicht so heiß waren. Deshalb ist es besser erhalten. Was man an den vielen, nahezu unversehrten Mosaiken sehen konnte.
Alles in allem waren wir aber so erschöpft, dass manche sogar die Gelegenheit nutzten, sich in den kühlen Thermen (Antike Badehäuser) zu einem Nickerchen hinreißen zu lassen.
Als wir dann im Zeltlager ankamen folgte das nächste Highlight des Tages. Philipp S. rezitierte in antiker Kluft aus dem Brief des Plinius, der damals Beobachtungen des verheerenden Vesuvausbruches machte und sie dokumentierte. Philipps Toga bestand dabei aus einem fliederfarbenen Laken von Herrn Langhammer. Ein Kranz aus Zitronenblättern machte den altrömischen Auftritt perfekt. Auf jedem guten Satz des Plinius folgte ein zur Situation passender Trinkspruch wie zum Beispiel: „Pompeji wird gleich versinken, drum lasst uns noch Einen trinken!“
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 30.09. ein sehr interessanter, anstrengender und lohnenswerter Tag war!
[David]
Neapel: antike Kunst im lauten Raum
Am 4. Tag der Studienfahrt hatten wir das Ziel Neapel, auch als dreckigste Stadt Italiens bezeichnet, vor Augen. Wir mussten gegen 8 Uhr aufstehen und sind gegen 9 Uhr mit der Circumvesuviana von Pompeji aus in Richtung Neapel aufgebrochen. An der Stazione Centrale di Napoli angekommen, wurden wir als erstes mit dem rücksichtslosen, aggressiven und weiblichen Geschöpfen wild hinterherhupenden Fahrverhalten der 3,5 Millionen Neapolitaner konfrontiert.
Enge Gassen führten uns zum Dom des heiligen San Gennaro. Typisch für Neapel waren die von einer Seite auf die andere gespannten Wäscheleinen, von denen die Wäsche wohl eher mit Autoabgasen verseucht wird, als sinnvoll trocknet.
Am Dom angekommen, hielt uns auch eine Hochzeitszeremonie nicht davon ab, den Dom zu besichtigen und ein Referat von Sascha über das Blutwunder des Doms, welches durch den Stadtlärm übertönt wurde, zu hören. (Das Blutwunder ist eine heilige Zeremonie, in der 1700 Jahre altes Blut sich wieder verflüssigt, sobald es in die Nähe der Gebeine des Heiligen San Gennaro gelangt.)
Nach unserem Domaufenthalt warteten wir gespannt auf den großen Auftritt einer Italienischen Braut, welche im Dom getraut werden sollte.
Nach diesem erfahrungsreichen Vormittag setzten wir unseren Weg in Richtung Nationalmuseum für Archäologie fort. Dort angelangt, verlängerte sich unsere Wartezeit um eine weitere Stunde, da Herr Langhammer seine hochgeschätzte Antike-Erotikausstellung mit uns noch dringlich besuchen wollte. Diese Zeit nutzten viele Schüler, um sich in einer bekannten Fast-Food-Kette mit ungesunder Nahrungsaufnahme zu beschäftigen.
Nach einer gewissen Zeitspanne fanden wir uns wieder im Museum ein, um ein weiteres Referat von Markus über diverse bekannte Kunstwerke der Antike zu hören. Leider wurde aber das Referat abgebrochen, da die mit Spannung und Freude erwarteten erotischen Eindrücke ihre Pforten öffneten. In der Erotikausstellung fanden wir versch. Stellungen, steinerne Penisse und antike Selbstbefriedigungsobjekte vor, vor denen einige neidisch kapitulieren mussten, jaja, die Italiener sind ja bekannt für ihren Größenwahn…
Das war der letzte Programmpunkt des Tages und wir konnten nun in Kleingruppen Neapel erkunden. Nach langem Weg und viel Fragerei (auf Deutsch, Englisch und Italienisch) fanden wir dann endlich den Bahnhof, von dem wir unseren Weg ins Camp antreten wollten. Die Rückfahrt war wie immer langweilig, doch da wir noch einkaufen mussten, gestalteten wir schon mal Pläne für unser Abendessen.
Am späten Abend fand dann wieder das gemeinsame Zusammensitzen statt, bei dem die verschiedenen Erfahrungen des Tages ausgetauscht wurden. Bis dann irgendwann in später Nacht alle langsam in ihren Zelten verschwanden und von warme und weichen Betten träumten, während sie auf ihrer harten Iso-Matte lagen…
[Markus, Marit, Sascha]
Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt.
Am Samstag sollte es nun auf die Insel Capri gehen. Nach einem gemütlichen Frühstück zwischen wilden Hunden, Ameisen und Müll vom vorigen Tag fuhren wir mit dem Zug in die kleine Stadt Sorrent, von wo aus ein Schiff uns nach Capri bringen sollte. Es stellte sich aber heraus, dass in der Nebensaison keine Fähren dorthin fahren würden, weshalb wir uns darauf einigten, einen Jet zu benutzen. Dieser brachte uns in kürzester Zeit in Richtung Insel. Als die Landschaft Capris am Horizont auftauchte, waren wir alle sehr gespannt, da die Insel für ihre Schönheit sehr bekannt ist. Mit Hilfe einer Zahnradbahn gelangten wir in das kleine verträumte Dörfchen. Auch für unsere Lehrer war es etwas besonderes, da auch sie zum ersten Mal Capri besuchten. Dies stellte sich doch nun als ein Problem heraus, da keiner der beiden Lehrer den Weg zur Villa Iovis, die Kaiser Tiberius erbaute und von 26 n. Chr. bis zu seinem Tode im Jahre 37 das römische Imperium regierte, kannte. Herr Langhammer, durch seine Aufregung leicht verwirrt, führte die Gruppe auf einen kleinen Pfad. Als er selbst den Orientierungssinn verlor, übertrug er die Verantwortung auf die beiden kleinen eingeschüchterten nichts ahnenden Referentinnen, die damit auch die Unzufriedenheit der anderen zu spüren bekamen.…
Wir versuchten nun zu retten, was zu retten war. Das war allerdings sehr schwer, da die Hitze und der Anstieg den anderen zu schaffen machte. Wir konnten jedoch durch unser ausgezeichnetes und ambitioniertes Vorgehen die Villa nach einer einstündigen Wanderung erreichen. Die Villa Iovis befindet sich auf dem Monte Tiberio, der 335 Meter in die Höhe ragt. Es erstreckte sich von hier aus ein wunderbarer Ausblick über das Meer. Diese Idylle wurde für eine kleine Pause genutzt.
Wir setzten uns in die Überreste der Villa und das Referat wurde gehalten. Dazu gehörte auch, das Lied „Die Caprifischer“ vorzutragen. Hierbei wirkten alle mit großer Begeisterung mit und es wurde zu einem Highlight des Tages. Nachdem die Villa noch kurz besichtigt wurde, brachen alle zum Abstieg auf. Unten angekommen beschlossen die einen, baden zu gehen, andere sahen sie lieber im Ort Capri weiter um.
Um 17.00 Uhr trafen sich alle wieder am Hafen und es ging wieder aufs Festland zurück. Da keiner mehr Vorräte zum essen hatte und für den nächsten Tag gleich mit eingekauft werden musste, wurde der Supermarkt in Sorrent aufgesucht. Als jeder seine Einkäufe erledigt hatte, fuhren wir mit dem Zug zurück zum. Jede Zeltgemeinschaft kochte sich etwas zu essen und später saß man zusammen und wurde lustig.
[Marit H., Pia]
Umzug- Schwertransport
Der sechste Tag (Sonntag) begann noch friedlich. Wir konnten ausschlafen und einige hatten den Abend zuvor genutzt etwas länger zu feiern - doch das sollte sich für manche rächen. Die letzten schälten sich um zehn Uhr aus ihren Betten und das große Zeltabbauen begann. Die, die schon fertig waren genossen den strahlend blauen Himmel und die glühende Sonne bei einer „Guten-Morgen-Zigarette“ und einem Kaffee. Um kurz vor zwölf Uhr sollte es dann losgehen. Auf die Frage, wer denn die Nachhut bilden würde, meldetet sich Syver und Phillip E blauäugig. Es waren keine fünfzig Meter gegangen, da bildete sich schon ein großer Abstand zu den Vorderen, die uneinholbar bleiben sollten. Amelie, Maret J. und Kristina hatten größere bis sehr große Probleme ihr Gepäck zu kontrollieren. Hinzu kam, dass Kristina und Maret J. Sporttaschen und keine Rucksäcke hatten. Sich aufopfernd und immer hilfsbereit versuchten Syver und Phillip zusätzliches schweres Gepäck auf sich zunehmen, um die schon stark rot angelaufenen und nach Luft hechelten jungen Damen zu entlasten. Amelie und Kristina haben trotz größter Anstrengungen noch einen Endspurt hingelegt, wohingegen Maret J. nur noch sterben wollte und noch weiter zurück viel.
Nach ca. einer Stunde hatte alle erschöpft aber glücklich das angepeilte Ziel, den Bahnhof von Pompeji erreicht. Selbst ein Straßenköter, der uns schon tagelang genervt hatte, erreichte mit uns das Ziel und war nicht abzuschütteln.
Als alle nur noch erschöpft zusammenbrachen kamen auch noch Polizisten, die nichts Besseres zu tun hatten, uns arme Geschöpfe auch noch von unserem gerade eroberteten Liegeplatz zu verscheuchen.
Endlich kam der Zug, indem es schwer viel noch einen Sitzplatz zu ergattern. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Bahnhof in Paestum.
Frau Schmidt hatte allen schon die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Strapazen genommen und mit dem Zitat „Wir laufen bestimmt noch eine Stunde“ bei allen die Gesichtszüge noch schwerer in Falten geworfen hat. Aber der wunderbare, göttliche, liebliche und sich für uns aufopfernde Enzo war mit einen großem Bus zur Stelle, um wenigsten von unserem Gepäck zu befreien. In diesem göttlichen Bus (der auch viele Sitzplätze hatte) durfte jedoch nur Herr Langhammer mitfahren. Eine weiter qualvolle Stunde in der sengenden Hitze durchtränkte auch das letzte T-Shirt mit Schweiß.
Amelie machte ihr Versprechen war und war als erste im kühlen Meer (auch wenn sie noch alle Klamotten trug). Alle anderen sackten nur noch auf dem Campingplatz zusammen und bauten mit letzter Kraft ihre Zelte auf. Danach gönnte sich jeder ein kühles Bad im Meer.
Der Abend verlief komplett alkoholfrei. Es kam, was kommen musste: Die Sonne hatte uns so aus unserer gewohnten Natur herausgerissen, so dass wir den Abend mit Kinderspielen, wie Verstecken oder Fangen, verbrachten.
Doch die Anstrengungen des Tages zeigten Wirkung, der Abend war kurz und ab spätestens zwölf Uhr lagen die meisten in ihren Zelten.
[Phillip E., Syver]
Endlich relaxen am Strand
Heute hat sich herausgestellt, dass wir einen ganzen Tag lang am Strand liegen und die Zeit für uns nutzen konnten. Angefangen hat der Tag mit dem Ausschlafen, was wir nach den anstrengenden Wandertagen zuvor auch alle dringend nötig hatten.
Als dann alle gefrühstückt und sich ihrer morgendlichen Hygiene gewidmet hatten, sind wir fast alle geschlossen an den Strand gegangen, um unseren Interessen nachzugehen.
Manche waren im Meer schwimmen, andere haben in der Sonne gebrutzelt und Musik gehört. Fußball- und Volleyballspielen gehörte natürlich auch dazu.
Einige von uns kamen auf die Idee sich einbuddeln zu lassen. Darunter waren z.B. Syver, Florian, Maret und Engel, die am Ende auch große Schwierigkeiten hatten, selbst wieder aus ihren ,,Sandgräbern“ zu klettern. Diese Aktionen waren zur Belustigung der Anderen, da es ziemlich amüsant war zu zusehen, wie sie sich abrackerten.
Am frühen Abend fingen die Ersten an, den wunderschönen Strand zu verlassen, um duschen oder auch essen zu gehen.
Dies dauerte meistens 1-2 Std., bis wir uns dann wieder alle zusammensetzten, um miteinander zu reden, ein bisschen zu trinken und einfach gemeinsam Spaß zu haben. Einige kamen auf die Idee, sich ihre Zeit mit Schneckenrennen zu vertreiben. Es waren 5 Schnecken im Rennen mit den Namen Sibille, Mustafa, Karsten, Gudrun und Golf GTI. Am Ende des Rennes war Karsten dicht gefolgt von Sibille der Matchwinner und wurde meisterlich gefeiert und zurück in die Freiheit entlassen.
Danach kamen wir auf die Idee den benachbarten Algerier Memo zu fragen, ob wir seine Anlage benutzen dürften, um Musik zu hören. Er war sehr entgegenkommend und überließ uns sogar seine Terrasse, um dort ein bisschen Party zu machen. Nach zwei Stunden Tanzen machten einige von uns schlapp und nach und nach verteilten sich alle auf ihre Zelte.
Alles in allem war der Tag richtig entspannend mit allem Drum und Dran. Vom Relaxen bis zum Abrocken. Für jeden war etwas dabei und besonders das Gruppengefühl verstärkte sich durch diesen gemeinsamen Abend.
[Kristina, Jacqueline]
Paestum
Nach einem ausgiebigen, stärkenden Frühstück, sind wir ca. um 12 Uhr losgetigert um die Ausgrabungsstätten in Paestum zu besichtigen. Der lange und beschwerliche Weg ins Dorf wurde einigen durch gewisse Nachwirkungen versüßt, und bei den Ausgrabungsstätten angekommen ließen sich erst einmal alle genüsslich auf den antiken Steinen nieder.
Als erstes hörten wir etwas zur Stadtgeschichte von Christina. Dieser Ort war zunächst griechisch, wurde dann zu einer römischen Handelsmetropole und schließlich zu einer verlassenen Ruinenstadt. Darauf folgten Ausführungen von Katrin über den Aufbau von griechischen Tempeln mit Bezügen zu den vorliegenden Objekten, dem Poseidon- und Athenetempel sowie der Basilika, die Hera gewidmet war. Daran lies sich sofort beweisen, dass die Tempel, wie im Referat beschrieben, immer jeweils 6 Säulen an der kurzen und 13 Säulen an der langen Seite haben. Anschließend war Ja-que-line mit ihrem Referat an der Reihe. Leider konnte sie nach der Hälfte nicht mehr weitermachen, da Herr Langhammer ihr Referat sozusagen weitergeführt hat.
Anschließend schlenderten wir zum Museum, wo uns Nuncio, einer der schrägsten Vögel ever, eine sehr interessante Führung durch das Museo de archeologica Paestum gab. Vor allem hob er eine kleine Herastatue hervor, die ein Kind in den Armen hielt, sowie einige der berühmtesten griechischen Wandmalereien, die ein Symposium darstellten und einen Jüngling der ins Wasser springt - Symbol für den Übergang vom Leben in den Tod.
Daraufhin erläuterte Nuncio nochmals die Ausgrabungsstätten. Er führte uns auch zu dem kleinen Amphitheater in Paestum und zu einem Gymnasium mit Schwimmbecken, in welchem Steine so eingebaut waren, dass die römischen Jungen als Mutprobe hindurchtauchen mussten.
Zurück auf dem Campingplatz haben wir dann mit den Vorbereitungen für unser Abschlussfest begonnen, das hieß für alle: Salate schnibbeln, Grill aufbauen und Kräuterbutter fertigen. Um uns zu quälen hatten Herr Langhammer und Frau Schmidt beschlossen, dass zwei von uns vor dem Essen noch eine Rede halten sollten. Sie drohten damit, dass wenn sich keiner freiwillig meldete, sie sich schon zwei Personen herausgesucht hatten. Merkwürdigerweise meldeten sich genau diese zwei Personen dann freiwillig und so hielten Amelie und Sebastian eine kurze Rede, worauf wir dann alle einen Limoncello tranken (nicht zu empfehlen). Dann durften wir uns Gott sei Dank auf das Essen stürzen, was wir mit Freude taten.
Nach dem Essen sagte jeder kurz ein oder zwei Worte, wie er denn die Fahrt insgesamt fand. Wir luden auch den Campingplatzaufpasser Memo ein, der leider kein Wort.
[Amelie]
Das zweite Mal Entspannung und schon wieder die Sache mit dem Sand
Der letzte lange Tag unserer Studienfahrt sollte noch einmal unter dem Motto „Ein wenig Entspannung tut allen gut“ stehen. Und da die Fahrt wegen der Flugreise um zwei Tage verlängert worden war, konnten wir uns das auch leisten, denn das „Kulturprogramm“ hatten wir schon hinter uns gebracht. So konnten wir unsere Kraft- und Laufreserven auftanken, die wir ganz sicher für den nächsten Tag brauchen würden.
Eine kleine Katzenwäsche wurde durchgezogen und das gelieferte Frühstück zu sich genommen - soweit noch etwas von dem Belag übrig war, da dieser bei den Ameisen beliebt war. Das Abwaschen wurde kurz gehalten oder ganz ausgelassen. Das große wichtige Ziel lag direkt vor den Augen und klang in den Ohren: Der Strand rief!
Da wir außerhalb der Saison in Paestum waren, herrschten wir alleine über den Campingplatz und den dazugehörigen Strand. Besonders Aktive vertrieben sich die Zeit mit Ballspielen jeglicher Art und gingen damit anderen auf die Nerven, da dieses im wahrsten Sinne des Wortes wahre Sandstürme hervorrief. Zur Strafe wurden einige in einem extra vorbereiteten Loch eingebuddelt und andere mit Sand von oben bis unten eingeseift.
Gegen halb vier wurde es dann allen ein wenig zu viel - man hatte ja auch schließlich noch was zu tun. Außerdem gab es da auch noch den fiesen Sonnenbrand, der sich bei einigen schon schmerzhaft bemerkbar machte. Denn obwohl sich fast alle kräftig eingecremt hatten, hatte sowohl das Mittelmeerwasser als auch der Sand sein übriges getan, um die Sonnencreme wieder verschwinden zu lassen. Der allgemeine Aufbruch führte zu leichtem Stau in der Dusche, da es sich auch als nicht gerade leicht herausstellte Sand aus Ohren oder Haaren zu entfernen.
Dann kam es zu dem Programmpunkt, den die meisten versuchten möglich weit nach hinten zu schieben: Aufräumen, packen, Zelt abbauen. Man fand Sachen, die man schon längst für verschollen erklärt hatte. Dazu kam die Erkenntnis, dass Heringe rausziehen definitiv leichter war als reinhämmern. Da wir nun alle kein Dach mehr über dem Kopf hatten, lernten wir auch noch diesen Luxus besonders zu schätzen, denn nun mussten wir die Nacht im Freien verbringen.
Weil alles aufgegessen war, ging der Teil der Gruppe, der noch über ein paar finanzielle Mittel verfügte, essen. Allerdings nicht in die etwas teure, zum Campingplatz gehörigen Pizzeria sondern in die 10 Minuten entfernte. Der billige Preis ließ sich wohl dadurch erklären, dass auf den meisten Pizzen nicht besonders viel Belag zu finden war. Dennoch wurde sie von allen als sehr lecker eingestuft und man kehrte satt und zufrieden zum Campingplatz zurück.
Der Gedanke an den frühen Aufbruch füllte die meisten so aus, dass der restliche Abend relativ ruhig verlief und spätestens um 24 Uhr sich alle in kleine Schlafsackwürmer verwandelten um sich gegen die Kälte, Ameisen und die Mücken zu schützen.
[Katrin und Janina]
Rückreise
Morgens kurz vor sechs Uhr in Paestum. Die Ruhe der letzten Nacht war noch nicht ganz verschwunden und auch das gleichmäßige doch schon vertraute Rauschen des Meeres wog einen noch im Schlaf, bis plötzlich um sechs Uhr aus verschiedenen Ecken des Platzes schrille Töne die schlafende Menge weckte.
Für uns war die Nacht vorbei und wir hatten genau eine Stunde Zeit, um unsere Rucksäcke für die Rückfahrt startklar zu machen. Das bedeutete; Fertig machen, Zelte abbauen (für die, die das am Vorabend nicht gemacht haben) und noch schnell ein Brötchen zwischen die Zähne klemmen. Um sieben Uhr wurden dann unsere schweren Rucksäcke vom Platzwart Enzo abgeholt und zum Bahnhof gebracht, so dass wir diese nicht auf dem halbstündigen Weg zum Bahnhof selbst tragen mussten. Zum Dank sangen wir Enzo eine umgedichtete Version von „Gaudeamus igitur“ (nun: „Gratias Enzo!“)
Gegen acht machten wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof und stiegen in den Zug nach Neapel, was leichter gesagt, als getan war, da die Züge in Italien wesentlich enger ausgebaut sind, als unsere. So hatten wir Mühe den anderen Fahrgästen nicht laufend unsere Rücksäcke an den Kopf zu stoßen. Wir kamen planmäßig gegen halb elf am Hbf in Neapel an. Von dort ging es zum Flughafen. Um den Bus nicht tiefer legen zu müssen, teilten wir uns auf und fuhren Grüppchenweise zum Flughafen.
Kurzer Blick auf die Uhr: noch zwei Stunden bis zum Check-in und noch vier bis zum Abflug, Uff! Doch haben wir die Wartezeit durch ein letztes ausgiebiges Sonnenbad auf dem Vorplatz des Flughafens genutzt.
Dann war es soweit, der Check-in Schalter öffnete und wir sahen uns am Ende einer riesigen Warteschlange. Auf einmal entstand ein allgemeines Durcheinander von umherirrenden Schülern und einer ungläubigen Frau Schmidt. Was war passiert?
Das Umherirren hatte uns zufällig an einen benachbarten Schalter geführt, der plötzlich öffnete und - wir konnten unser Glück kaum fassen – sogar der Richtige war. So waren wir also sofort an der Reihe und konnten unser Gepäck abgeben.
Das unüberschaubare System des netten Italieners hinter dem Schalter brachte zwar weitere Unordnung in unsere Truppe, aber letztlich hatte es dann doch geklappt und so hatten wir nur noch eine halbe Stunde Aufenthalt, bis das Flugzeug um 14:45 Uhr startete.
Während des Fluges hatten wir fast wolkenlosen Himmel (außer natürlich über Deutschland), sodass wir den Vesuv noch einmal sehen konnten, sowie die Alpen und die schöne Landschaft Italiens.
Nach zwei Stunden Flug und einem enttäuschenden Blick aus dem Fenster mussten wir feststellen, dass hier in Deutschland wieder Pulloverwetter angesagt war. Am Gepäckband verbreitete sich dann allgemeine müde Stimmung, da wir mittlerweile 13 Stunden auf den Beinen waren und auch dann noch eine anderthalb stündige Bahnfahrt nach Bremen überstehen mussten.
Allerdings verminderte sich unsere Vorfreude auf Zuhause durch einen altbekannten „bahntechnischen“ Zwischenfall. Da sich unsere S-Bahn zum Hauptbahnhof um 20 Minuten verspätete, geriet unser gesamter Rückfahrplan durcheinander. Am Hauptbahnhof Hannover angekommen schockten uns zuerst die Leute, die in dicken Mänteln uns entgegenkamen, während wir in leichten Sachen die Bahnsteige wechselten. Um 19:17 – endlich- fuhr unser Zug nach Norddeich, über Bremen, wo er um 20:39 unglaublicherweise pünktlich ankam.
Das wir nur eine Minute Zeit hatten um das Bahngleis zu wechseln ließ uns alle noch einmal auf Hochtouren auflaufen lassen. Man stelle sich nun eine unglaublich unruhige und angespannte, Rucksack bepackte Menschenmasse vor, die sich durch die öffnenden Türen der Bahn quetschte und ohne Rücksicht auf Verluste die Treppen des einen Bahnsteiges hinunterjagte, quer über den Bremer Bahnhof hetzte und dann – durch das nun deutlich zu spürende Gewicht – die nicht enden wollende Treppe zum Gleis 5 schlich.
Völlig erschöpft und mit zitternden Knien haben wir es dann doch alle geschafft und erreichten um 21:05 Uhr Bremen – Vegesack. Extrem müde und erschöpft kamen wir wieder zu Hause an.
[Sarah & Stephanie]