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Frankreich – mehr als nur europäische Käsefanatiker und Fußball-WM-Frühverlasser

Ende September realisierte sich für rund 25 Schüler und Schülerinnen die schon lang angekündigte Studienfahrt in die Provence. Gut informiert und hochmotiviert starteten wir am 30.09. mit Verspätung, aufgrund eines Staus mit unserem Oldtimerbus und jeder Menge Fahrrädern. Es folgten schmerzerfüllte 20 Stunden, nicht etwa, weil wir mit dem Fahrrad fahren mussten, sondern weil der Bus nicht den Schlafkomfort eines kuscheligen Bettes bot. Das war allerdings schon längst vergessen als wir die französische Grenze passierten und emphatisch der Sonne entgegen fuhren. Die tolle CVJM-Unterkunft verfügte über Zimmer mit Toilette und Dusche und als besonderes Highlight gab es sogar einen Pool, in den man sich bei sommerlichen Temperaturen gerne das ein oder andere Mal abkühlte.
Die Abende wurden schon für erste Abi-Vorbereitungen genutzt, allerdings weniger für die Zeit vorm Abi, als für die nach der „Ab(i)segnung“. Während also der erste Tag schon den meisten Teilnehmern den Angstschweiß aus den Poren Trieb, Grund dafür war eine „kleine Radtour zum Eingewöhnen“ über 40km, die schon in 2:30 Stunden abgeradelt war, waren wir für alles weitere gewappnet. Ein selig ruhiges Beisammensein rundete den ersten Tag im spätsommerfreundlichen Frankreich ab.
Aber auch das weitere Programm konnte sich sehen lassen:
Tour de Provence (Avignon, Saint Remi, Les Baux ‡ einige Teilnehmer durften auf Wunsch die kleinen französischen Alpen überqueren und landeten daraufhin in der alten Ritterfestung „Les Baux“, einem heutzutage florierenden Touristenattraktion,...); Busexkursionen nach Aigues-Mortes und Arles sowie ein Badenachmittag mit sonnen am Mittelmeer, verbunden mit jeder Menge Sightseeing; Schluchtenwanderung mit sportlichem Anspruch; Kajaktour unter dem Pont du Gard getränkt mit maximalem Funfaktor und eine Stadtrallye in Avignon.
Immer gut beraten wurden wir von unserem Reiseleiter „Stoffel“, der sich durch seine knapp bemessene Anzahl an Haaren auf dem Kopf und durch eine ordentliche Menge Humor und Geist auszeichnete (An dieser Stelle möchte ich mich für das Hupen mit dem Bus, die fantastische „Tür-Action“ und das Starten des Hochleistungsmotors bedanken).
Leider waren wir nicht die einzigen Gäste in unserer Unterkunft und leider waren es auch noch Abitur-Anwärter aus Hildesheim und Ostfriesland, die mich in der Annahme bestärkten, dass bei der PISA-Studie in Hildesheim garantiert Schiebung im Spiel gewesen sein muss oder das Ergebnis so erschreckend war, dass Hildesheim als unabhängiges Land kurzum aus der Deutschland-Wertung gestrichen wurde. (Seit dem bin ich mir wieder ziemlich sicher, dass ich es weitaus einfacher haben werde einen Arbeitsplatz zu finden! Danke für das gute Gefühl ihr Gruppenteile aus Ostfriesland und Hildesheim!) Ohne Zweifel hat sich besonders ein junger Knabe in das Top-Ranking unseres Herzens katapultiert – „Henner, der Pisser“ – ihm gelang es mit wenigen Sätzen den Feminismus zu legitimieren bzw. jeden vorherigen Gegner dieser Bewegung in den Bann des Feminismus zu ziehen, weil einfach deutlich wurde, dass unsere Gesellschaft auf die Vorherrschaft der Frauen angewiesen sei, um überhaupt überleben zu können. Er konnte zudem das Aufgabenfeld jedes erfolgreichen Mannes mit wenigen Worten auf den Punkt bringen, ohne dabei den kleinsten Vorteil des „Mann-Seins“ zu vergessen: „ Ein Mann kann pinkeln wo er steht und geht und braucht sich selbstverständlich danach auch nicht die Hände zu waschen – dementsprechend war auch sein Programm! Es gelang ihm außerdem uns ohne große Mühe davon zu überzeugen, dass die Fäkalien binnen weniger Stunden auf nimmer Wiedersehen verschwinden würden – er war einfach sehr geschickt und klug, ein echter Faktentyp mit Lebenserfahrung.
Unsere Gefühle ihm gegenüber schwankten immer zwischen Ekel und freundschaftlicher Verbundenheit, denn man konnte immer über ihn lachen! Ich hätte ihn trotzdem besser nie getroffen, denn seitdem halte ich einen Teil des männlichen Geschlechts tatsächlich für unterentwickelt. Aber ich möchte nicht mit diesem Thema schließen, auch wenn es den meisten Teilnehmern dieser Studienfahrt sicherlich ein Lächeln ins Gesicht bringt. Es lässt sich mit absoluter Sicherheit festhalten, dass es eine informative, interessante und schöne Fahrt nach Frankreich war, oder anders: Die Begleitung dieser Studienfahrt durch Frau Wiemken und Frau Weiland war wirklich super und auch unsere Gruppe ist sehr gut miteinander ausgekommen, so dass ich abschließend sicher aus Sicht aller Beteiligten sagen kann, dass es uns riesig Spaß gemacht hat und eine solche Fahrt noch vielen anderen Kursstufen nach uns ermöglicht werden sollte!