
Das ver - rückte Labyrinth
Die Aula der Orientierungsstufe der Waldschule füllt z.Zt. ein Labyrinth aus Schultischen, Stellwänden und Tüchern.
Die Idee dazu entstand in der Klasse 506 im Rahmen des Religionsunterricht. Nachdem sie im August das Mais-Labyrinth am Brink in Schwanewede besucht hatte, war sie vom "Labyrinthe-Fieber" erfasst. Die Schülerinnen und Schüler dachten über die Symbolik von Labyrinthen nach, entwarfen eigene Labyrinthe und schufen dann zusammen. mit ihren Eltern den gewagten Aufbau in der Aula. Das anfängliche Chaos war groß, konnte aber durch die Mithilfe von Frau Manek, die bei der Planung des Mais-Labyrinthes viel Erfahrung gesammelt hatte, so entwirrt werden, dass Wege, Umwege, Sackgassen entstanden.
Die Schülerinnen und Schüler der 506 betreuen ihr Labyrinth mit Feuereifer. In den Pausen ist der Andrang groß und auch da fehlt oft der Überblick. Es hat sich zu einem Gemeinschaftsprojekt entwickelt: Schülerinnen und Schüler anderer Klassen helfen mit. Die Tücher werden neu verknotet, Verbesserungen vorgeschlagen und durchgeführt. Das Labyrinth wird immer verzwickter.
Es ist ein Symbol für den Weg, den wir durchs Leben gehen.
Auch im Leben kann man in eine Sackgasse geraten, es gibt Irrwege und Umwege, weil man den kürzesten Weg nicht im voraus kennt.
Nach der Orientierungsstufe schlagen die Schüler/innen und Schüler verschiedene Wege ein. Nicht immer ist er sofort der richtige. Sie können lernen, dies zu akzeptieren. Man kann durch das Labyrinth hindurch finden. Ein Labyrinth kann das Vertrauen fördern, dass man sich im Leben zurechtfinden kann, auch wenn es manchmal sehr undurchschaubar erscheint.
Der Wunsch "Gott segne deinen Eingang und deinen Ausgang, von nun an bis in Ewigkeit' aus Psalm 121 steht dafür, dass wir auf unserem Lebensweg begleitet sind.
Oktober 2002 Zusammengestellt von Gudrun Chopin