Start bei Special Olympics

"Judohexen" Fiona und Lea bei Spielen für Behinderte dabei

Von Alexander Bösch Schwanewede.
Seit einigen Jahren schon erfreut sich die weibliche Judogruppe des TV Schwanewede unter Leitung von Marion Kramber steigender Beliebtheit. Ein besonderes Merkmal der "Judohexen", wie sich die kämpferischen Mädchen selbstbewusst nennen, ist dabei, dass seit einiger Zeit auch zwei geistig behinderte Mädchen mit von der Partie sind. Fiona H. und Lea R. besuchen beide die Ko-Op-Klasse der Waldschule, eine Klasse für Behinderte, die ausgelagert wurde aus der Schule am Klosterplatz in Osterholz-Scharmbeck. Bei zwei Turnieren im ostfriesischen Moordorf konnten die "Judohexen" jetzt gleich doppelte Triumphe für sich verbuchen.

Diese "Judohexen" schnitten erfolgreich bei den Integrativen Meisterschaften in Moordorf ab (unten v.l.): Fiona, Trainerin Marion Kramber, Vivien, Sarah, Sophie-Marie; (oben v.l.), Judith, Alina Rog., Alina Roe. und Chevvanthi. Lea fehlt auf der Aufnahme.

Zwölf Kämpferinnen des TV Schwanewede sowie zwei Judoka aus der Schule am Klosterplatz waren angetreten, um sich gegen die rund 60 Konkurrenten durchzusetzen. Zunächst fanden die Integrativen Meisterschaften statt, bei denen geistig behinderte und nicht-behinderte Sportler gegeneinander antraten. Zu schlagen waren dabei unter anderem Sportler aus Aurich und aus einer ostfriesischen Förderschule für geistig behinderte Kinder. Dabei konnten die "Judohexen" gleich sieben erste, vier zweite und drei dritte Plätze belegen. Am Nachmittag fanden in einem davon unabhängigen Turnier in Moordorf die ostfriesischen Meisterschaften im "G-Judo" statt, ein Judo-Wettkampf zwischen geistig behinderten Teilnehmern. Bei dem Turnier, bei dem ungewohnterweise auch Jungen und Mädchen gegeneinander antraten, konnte Lea R. den ersten und Fiona H. einen stolzen zweiten Platz für sich verbuchen. "Die haben alle plattgemacht!", freute sich Trainerin Marion Kramber über den Erfolg ihrer Schützlinge, die während des Trainings in der Waldschule wie selbstverständlich ins Team der "Judohexen" integriert sind.

Doch bei dem hervorragenden Abschneiden der Mädchen in Ostfriesland soll es nicht bleiben. Als einzige Mädchen aus Schwanewede und Bremen-Nord starten Fiona und Lea auch bei den "Special Olympics National Games", den nationalen Meisterschaften für geistig behinderte Sportler, die vom 14. bis 19. Juni in Bremen stattfinden.

"Die Waldschule und der TV Schwanewede machen da gerade etwas Einmaliges, was in Bremen und umzu bisher so nicht läuft", erzählt Maron Kramber begeistert. So steht die Waldschule mit Schulleiter Dettmer Fischer voll und ganz hinter den sportlichen Ambitionen von Fiona und Lea, die nun beide auch bei den "Special Olympics" im Juni auf herausragende Platzierungen hoffen.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 5 Datum: 18.05.2010