Ohne Zugaben geht nichts mehr

Schülerband "Coffee To Go" zeigt steil nach oben / Jungs präsentieren sich als eingespieltes Team

Von Cord Sauer Schwanewede.
Der große Auftritt liegt gerade ein paar Tage zurück: Waldschule Schwanewede; Palette. Volles Haus bei der Veranstaltung "Bühnenreif". Jannis Molzahn, Jannis Schwarz, Malte Köpke, Torben Helms und Felix Hecht haben wieder ordentlich abgerockt und die Massen begeistert. Es war nicht der erste Auftritt der Schwaneweder Schülerband "Coffee To Go". Im Mai feiern sie bereits ihr zweijähriges Bestehen.

Schülerin Anja war fasziniert: "Die sind richtig gut", so ihr lobender Kommentar nach der Veranstaltung. Von Nervosität vor dem Auftritt keine Spur: "Wir sind eigentlich nicht nervös, sondern freuen uns, wenn es endlich raus geht und wir Musik machen können", so Bassist Felix. Seine Bandkollegen nicken zustimmend. "Der Applaus danach ist natürlich auch etwas Schönes", fügt Malte schnell hinzu.

"Wir spielen überall" Die Jungs wirken souverän, präsentieren sich als eingespieltes Team. Auf der Internetplattform "www.myspace.de" haben sie ihre eigene Internetpräsenz. 1534 Profilaufrufe bisher. 1534 - eine Zahl, die belegt, dass "Coffee To Go" nicht nur in der Nachbarschaft bekannt ist. "Wir spielen eigentlich überall", gibt Gitarrist Jannis Schwarz, Spitzname: Schwarzi, an. "Im Rekumer Hof, auf Schulveranstaltungen oder Geburtstagen." Jetzt haben sich die ambitionierten Nachwuchsmusiker für das "Rock-den-Deich"-Festival beworben, das im Sommer zum zweiten Mal in Schwanewede stattfinden soll. Bei rund 650 Bewerbungen diverser Musikkünstler aus ganz Europa ist die Teilnahme jedoch noch nicht in trockenen Tüchern. "Im vergangenen Jahr hatten wir sogar eine Anfrage für das Vegesacker Hafenfest", so Schwarzi weiter. Allerdings konnte die Band diese tolle Chance leider nicht wahrnehmen. "Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr", hofft Torben.

Das musikalische Repertoire ist dabei unbegrenzt. "Wir spielen hauptsächlich Rock", präzisiert Felix ein wenig. Dabei werden sowohl eigene Songs interpretiert als auch Coversongs, vorwiegend in englischer Sprache. "Vielleicht machen wir auch mal Songs auf deutsch", überlegt Schwarzi. Bislang überzeugte "Coffee To Go" unter anderem mit "Wheels" von den FooFighters oder "Free Fallin" von John Mayer, aber auch selbstgeschriebene Songs wie "Breaking the hell" fanden bislang große Zustimmung. Schon bevor "Coffee To Go" ins Leben gerufen wurde, waren die Jungen alle befreundet. "Die gemeinsame Leidenschaft zur Musik hat dann dazu geführt, dass wir die Band gegründet haben", erklärt Schwarzi. Die Frage nach dem Bandnamen scheint an einen kuriosen Findungsprozess zu erinnern. Leicht schmunzelnd werfen sich die Nachwuchsmusiker kurz kontrollierende Blicke der Zustimmung zu. Malte erzählt: "Wir haben einen Namen gesucht, am Bremer Hauptbahnhof haben wir dann ein "Coffee To Go"-Schild entdeckt und seitdem heißen wir so." Inspiriert durch ein gleichnamiges Schild - ebenso einfach wie genial. "Eine Aufschrift, die heutzutage fast überall zu lesen ist" fügt Schwarzi hinzu. Und auch, wenn die Jungen es nicht zugeben wollen, womöglich steckt doch mehr hinter dem Namen: Das "To Go" weist ja bekanntlich auf das "Mitnehmen" hin, was grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Und wer die sympathischen Jungen einmal live gehört hat, nimmt garantiert nicht nur einen Ohrwurm mit, sondern auch die Lust auf mehr.

Damit diesen Bedürfnissen nachgekommen werden kann, probt die Band einmal wöchentlich im Musikraum der Waldschule. "Vor Auftritten proben wir manchmal auch etwas öfter", ergänzt Torben. Viel mehr Zeit für die Musik bleibt allerdings nicht, denn die Jungs haben neben ihrer Leidenschaft zur Musik eine große Affinität zum Sport. Fußball, Handball oder Volleyball, jeder ist parallel noch irgendwo in einem Sportverein. "Das Training nimmt auch viel Zeit in Anspruch, die Woche ist voll", bestätigt Schwarzi und erntet zustimmendes Nicken seiner Bandkollegen.

Bemerkenswert ist , dass sich die talentierten Musiker ihr Können zum Teil selbst beigebracht haben. Auch ohne Musiklehrer, aber mit viel Geduld und Übung, ist somit die Grundlage entstanden, nun gute Musik zu machen. Bestätigt wird dies neben den Konzertauftritten auch durch das regionale "Deichradio" aus Schwanewede. Dort laufen zum Teil diverse Songs der Band und sind ebenfalls für ein breiteres Publikum zugänglich.

Der Trend zeigt also steil nach oben. "Wir haben noch nie ohne Zugabe gespielt", gibt Malte stolz an. Und das soll auch nach der ersten CD, die bald erscheint, so bleiben. Wer "Coffee To Go" für eine Veranstaltung buchen möchte, kann sich melden bei Jannis Schwarz, Telefon: 0421/604919, E-Mail: music.mp3@hotmail.de

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 6 Datum: 23.03.2010