Literatur über die geistige Entwicklung der Europäer. Das Zeitalter der Literatur in verschiedenen Abbildungen.
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Die Literarische Aufklärung
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Das bürgerliche Trauerspiel

Das bürgerliche Trauerspiel trägt sein Programm und seine Qualität schon im Namen. Es ist ein bürgerliches Trauerspiel, wobei die Schauspieler Bürger sind und es um bürgerliche Probleme geht, nämlich der Konflikt zwischen den Bürgern und dem Adel, welche in Form eines Trauerspiels, also tragisch, dargestellt werden, zumindest im 18. Jahrhundert, als Lessing diese Form der Tragödie in Deutschland verbreitete.

Das aufstrebende Bürgertum im 18. Jahrhundert wollte sich mit dieser Rolle nicht mehr länger zufrieden geben und als Reaktion darauf entstand das bürgerliche Trauerspiel. In einer ersten Entwicklungsphase diente es in Deutschland vornehmlich der moralischen Selbstvergewisserung des Bürgertums und der Darstellung von Willkürakten des Adels, z.B. in Emilia Galotti (1772) von Lessing oder in Kabale und Liebe (1783) von Schiller.

Eine zweite Entwicklungsphase setzte dann ebenfalls ein, doch hier wurde nicht mehr der Konflikt des Bürgertums mit dem Adel thematisiert, sondern eine kleinbürgerliche, spießige Moral präsentiert, die sich gegen die Mitglieder der eigenen Gruppe wandte. Als dritte und letzte Entwicklungsphase werden oft die naturalistischen Dramen von Hauptmann oder Ibsen genannt, in denen die Lebenslügen des selbstzufriedenen Bürgers gezeigt und Forderungen der Arbeiterklasse gegenüber dem Bürgertum formuliert werden.

  • ,,Kabale und Liebe’’ ein Stück von Friedrich Schiller

Es war ein berühmtes bürgerliches Trauerspiel, da in diesem Spiel der Standesunterschied deutlich wird.

Es thematisiert den Ständekonflikt zwischen Adel und Bürgertum. In dem Stück stehen sich also zwei gesellschaftlich abgegrenzte Gruppen gegenüber.

Ferdinand von Walter und Luise, Tochter des Stadtmusikanten Miller, lieben sich. Diese Beziehung über Standesgrenzen hinweg schmeichelt zwar Luises Mutter. Ihr Vater hält sie aber für unrealistisch. Auch Ferdinands Vater, Präsident der Residenz, ist gegen eine Heirat seines Sohnes mit einer Bürgerlichen. Er will Ferdinand mit Lady Milford, der Geliebten des Herzogs, verheiraten um so seinen Einfluss bei Hofe zu vergrößern. Ferdinand wehrt sich gegen den Plan seines Vaters und hält an seiner Liebe zu Luise fest.

Um ihn davon abzubringen, initiieren der Präsident und sein Sekretär Wurm, zugleich Nebenbuhler Ferdinands, eine hinterhältige Intrige: Luises Eltern werden grundlos festgenommen. Sodann wird Luise mit der andernfalls ihren Eltern bevorstehenden Hinrichtung zu einem falschen Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb erpresst. Außerdem muss sie einen Eid auf ihr Leben schwören, diesen Brief freiwillig geschrieben zu haben. Der Brief wird Ferdinand zugespielt und weckt gezielt dessen Eifersucht. Luise will sich nun durch Freitod vom Eid lösen, um Ferdinand wenigstens sterbend die Wahrheit sagen zu können. Ihr Vater hält sie davon ab, indem er an ihre Treue ihm gegenüber appelliert. Luise muss also auf Ferdinands Vorwürfe schweigen. Blind vor Wut und Verzweiflung vergiftet Ferdinand sich und Luise. Sterbend ist sie jetzt frei von ihrer Schweigepflicht und kann Ferdinand vergeben.

Buchansicht zu Kabale und Liebe
Schema-Darstellung der Handlung in Kabale & Liebe
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